Jacob Gerritsz Cuy, Zwei Kinder mit einem Lamm (1638), Wallraf-Richartz-Museum, Köln 

Für die meisten Betrachter hat das Werk von Anfang an etwas Trauriges. Ganz Junges und Erwachsenes schieben sich hier übereinander. Einige Betrachter haben Einfälle wie Pädophilie oder Sodomie. Die Kinder, bei denen nicht so sicher ist, ob es sich um einen Jungen und Mädchen oder zwei Mädchen handelt, wirken greisenhaft, resigniert, angepasst und zurecht gebogen in ihren erwachsenen Kleidern. Gleichzeitig sind das aber Vorschulkinder. Was passiert mit ihrer Neugierde, ihrer Entdeckungslust und ihrer Experimentierfreude? Sie wirken auch unschuldig und unsicher. Diese Kinder scheinen ihrer Jugend und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten beraubt. Als müssten sie die Kinderzeit überspringen und direkt erwachsen werden. Die Leben dieser beiden Kinder scheinen völlig festgelegt und vorbestimmt. Es ist nicht leicht auszuhalten zu erleben, das eine eigene Entwicklung nicht stattfinden darf.

Jacob Gerritsz Cuy, Zwei Kinder mit einem Lamm

 

 

ZUR BEACHTUNG:
Die Bildanalysen sind entstanden durch die wissenschaftliche Beschreibung von Erlebensprozessen der Teilnehmer an BILDERLEBEN-Workshops. Nur durch einen Erlebensprozess bekommt man einen Zugang zum Kunstwerk. Die Beschreibung öffnet den Betrachtern den Weg zur Struktur des Werkes, die im Alltag unbewusst ist.

Verwendung der Bilder unter CCC-Licence.