Emil Nolde, Schwärmer (1916),
Museum Ludwig, Köln


Zunächst einmal fragen sich die Betrachter, was sind das für seltsame Gestalten? Wie zwei Narren! Was soll das? Der eine wirkt wie ein Protagonist aus den Simpsons. Sind das Vagabunden? Wo wollen die hin? Die sehen sehr komisch aus. Die beiden scheinen zunächst nicht zu wissen, wo es hingehen soll und genauso fragen wir Betrachter uns, was sollen wir mit diesem Bild anfangen? Analog zu dem Werk kennen wir natürlich die Frage nach einer Richtung, nach einem Ziel im Leben. Es ist sehr unangenehm, die Ziellosigkeit und Richtungslosigkeit der beiden Vagabunden zu ertragen. Dies wird wie eine Leere erlebt. Es macht keinen Sinn. Unweigerlich drängt sich die Suche nach einer Richtung, nach einem Ziel im Leben auf. Doch das Werk beginnt sich zu verwandeln. Über die gemeinsame Blickrichtung der beiden wird klar, die fixieren doch was! Die haben ein Ziel gefunden. Das gibt Halt. Da geht es lang. Wir beginnen sogar ein glückliches Lächeln im Gesicht des Bärtigen zu entdecken. Das macht auch uns zufriedener Das Werk wird leichter. Man kann sogar Respekt für die beiden erleben, die nun auf ihrem gemeinsamen Weg voranschreiten werden.

 
 

ZUR BEACHTUNG:
Die Bildanalysen sind entstanden durch die wissenschaftliche Beschreibung von Erlebensprozessen der Teilnehmer an BILDERLEBEN-Workshops. Nur durch einen Erlebensprozess bekommt man einen Zugang zum Kunstwerk. Die Beschreibung öffnet den Betrachtern den Weg zur Struktur des Werkes, die im Alltag unbewusst ist.

Verwendung der Bilder unter CCC-Licence.