Entstehungsgeschichte und wissenschaftlicher Hintergrund

Im Jahr 1990 begann Dr. Hans-Christian Heiling, damals noch Student am Psychologischen Institut 2 der Universität zu Köln, sich im Rahmen eines Kunstpraktikums mit den morphologisch-psychologischen Theorien von Wilhelm Salber auseinander zu setzen. Ihn beschäftigte die Frage, was meint Salber, wenn er sagt, "Die Seele sei eine erste Kunst und die Kunst eine zweite Seele." Wie kann man es verstehen, dass das Seelische ästhetischen (sinnlich wahrnehmbaren) Gesetzen folgt und nicht der kausalen, mathematischen Logik unterworfen ist? Das Gestalten als sinnlich wahrnehmbare in sich geschlossene Komplexe des Daseins eines wirklichen Wesens (im Sinne Goethes morphologischen Ansatzes), der Schlüssel zur Rekonstruktion des Planes unserer menschlichen Natur sein soll. Neben Goethe war Sigmund Freud ein Vordenker der "Morphologie" von Salber, der ein Schüler von Anna Freud war. Schon Freud griff auf Kunst und Mythen zurück um die paradoxen Grundverhältnisse des menschlichen Daseins im "Ödipus" denken und packen zu können.

1994 nach Beendigung des Studiums bekam Dr. Heiling für die Fortsetzung seiner Forschung die Unterstützung von Dr. Evelyn Weiss vom Museum Ludwig und Dr. Rainer Budde vom Wallraf-Richartz Museum in Köln. Die konkrete praktische Fragestellung für Heilings Forschung lautete: Kann man durch den Menschen die Kunst verstehen und durch die Kunst den Menschen? Und siehe da es klappte. Unter dem Namen "morphologische Bildbetrachtungen" entstand eine weltweit völlig neuartige Form der Kunstvermittlung, derer erste Teilnehmer die Freunde der Kölner Museen Ludwig und Wallraf-Richartz waren.

1995 nahm Frau Hedwig Neven-Dumont die morphologischen Bildanalysen unter den Titeln "Selbsterfahrung durch Kunst" und "Wie erkenne ich ein gutes Kunstwerk" ins Programm des Studio Dumont auf – ein wichtiger Schritt für die Bekanntheit des Projektes.

Während seiner Therapieausbildung, der von Salber entwickelten kurzen, klassischen Psychoanalyse an der Uni Köln, konnte Dr. Heiling der Frage nachgehen, wie man den Menschen durch Kunst verstehen und beraten kann. Es entstand daraus ein hochintensives Verfahren der psychologischen Beratung mit Hilfe von Kunst, welches 1997 zum ersten Mal als Coachingverfahren in Unternehmen eingesetzt wurde. Den Anfang machten Management-Coachings für Daimler und die Deutsche Telekom.

Seit 2005 ist Dr. Heiling Mitarbeiter bei Lehrveranstaltungen an der Universität zu Köln um mit den Studenten das praktische Arbeiten der psychologischen Morphologie mit Kunst zu trainieren.

Seit 2006 führen nun Studenten im Rahmen des Kölner und Berliner Museumsdienstes selbstständig Führungen unter dem Titel Bilderleben durch. Diese Führungen werden in Köln im Wallraf-Richartz Museum, sowie im Museum Ludwig und in Berlin in der Gemäldegalerie angeboten.

2009 haben einige Absolventen als psychologische Berater erste Experimente im Rahmen der Gewaltprävention und Integration von Schülern durchgeführt, die bei den Lehrern auf große Zustimmung gestoßen sind und Anlass zur Fortsetzung der Bemühungen auch auf diesem Gebiet geben.

 

Mehr Informationen:
Dr. Hans-Christian Heiling, Köln


www.hc-heiling.com